Achtung, fertig, Content!

«Du kannst den Ozean nicht überqueren, wenn du nicht den Mut hast, die Küste aus den Augen zu verlieren.»

Was für Christoph Kolumbus im 15. Jahrhundert galt, findet auch im heutigen Zeitalter noch Anwendung – so zum Beispiel bei unseren Bildungsredaktorinnen und -redaktoren. Diese machten sich vor Monaten auf, um einen neuen Planeten zu erforschen. Und so reisen aktuell rund 20 motivierte Lehrpersonen und engagierte Didaktiker in die Welt der Handlungskompetenzorientierung, bestückt mit zahlreichen (Lern-)Landkarten und Mut im Gepäck.

  • 7. Januar 2022, 10:00
  • Lernen 360 Grad

Fit 4 BiVo

Die Entdeckungsreise unserer Bildungsredaktion

Wer das Gefühl hat, diese Entdeckungsreise sei ein einfaches Unterfangen, hat weit gefehlt. Zwar sind die Werkzeuge, bestehend aus dem Bildungsplan 2023, vielen Ideen für die neue Content-Gestaltung und einer klaren Struktur der entstehenden Lernwelt, bekannt. Nun gilt es jedoch, die unterschiedlichsten (Lern-)Landkarten aufeinander abzustimmen und ein interdisziplinäres Vorgehen zu definieren. Ganz im Sinne der Co-Creation unterstützen sich die Mitglieder der Bildungsredaktion dabei gegenseitig, um Klarheit zu schaffen und ihren Horizont zu erweitern. Hierfür braucht es viel Mut, weil sie von altbekannten Pfaden abkommen müssen, um Neues entstehen zu lassen.

Diese Herangehensweise bei der Erstellung neuer Lerninhalte ist völlig neu. Zwar wird schon lange von der Handlungskompetenzorientierung gesprochen, aber so richtig angekommen ist man dort noch nicht. Der nun bei uns entstehende Content bietet Lehrpersonen die Möglichkeit, in einen aktiven Austausch untereinander zu kommen, den Bezug zum Alltag der Lernenden zu schaffen und ihnen dabei den Nutzen und Mehrwert für ihre individuellen Lernpfade aufzuzeigen. Die Bildungsredaktion stellt sicher, dass der Content spannend aufbereitet ist sowie vielseitig und individuell eingesetzt werden kann. Ihr Ziel ist, die Lernenden ins Zentrum des Geschehens zu stellen und sie sowohl bei der Wissensaneignung als auch beim Wissenstransfer bestmöglich zu begleiten und zu unterstützen.

Ab Ende Februar 2022 bieten wir erste Einblicke in unsere neue Lernwelt.

Story

Von Unsicherheiten und Informationshunger 

«Die Reform wurde um ein Jahr nach hinten verschoben – da habt ihr als Verlag ja jetzt auch Zeit gewonnen.», haben wir von der einen oder anderen Lehrperson in verschiedenen Gesprächen gehört. «Schön wär's!», denken wir uns selbst manchmal, wenn wir uns intern den straffen Zeitplan ansehen, den wir uns da auferlegt haben. Doch wir haben uns dazu entschlossen, unsere Lerngalaxie genauso wie ursprünglich geplant zum Leben zu erwecken.

Warum eigentlich? Ganz einfach. In diesem Projekt stehen wir in regem Austausch mit diversen Lehrpersonen, Projekt- und Schulleitungen. Auf unsere Frage, wie es denn jetzt so laufe mit den Vorbereitungen für die Reform, erhalten wir stets dieselbe Antwort: «Ach, wir können uns das alles noch gar nicht so richtig vorstellen.» Die Unsicherheiten sind breit gestreut: Was genau wird zukünftig von ihnen als Lehrpersonen erwartet? Welches Organisationsmodell wählt die Schulleitung für den eigenen Standort? Wird es Teamteaching geben? Was wird aus den Fachschaften werden? Wie sieht der persönliche Alltag zukünftig aus?

Das alles ist schon an sich eine undurchsichtige und komplexe Ausgangslage. Wenn es dann noch nicht einmal Lerninhalte gibt, an denen sich die Beteiligten orientieren können, dann fehlt die Möglichkeit, das Neue im wahrsten Sinn des Wortes zu begreifen. Der Hunger nach unseren neuen Inhalten ist entsprechend gross. Ein Blick dorthinein, so erfahren wir es, wäre eine enorme Hilfe, um sich die zukünftige Lernwelt vorstellen zu können. Denn in einem Punkt sind sich alle Beteiligten sicher: Nur wenn die Qualität der Lerninhalte stimmt, kann die Umsetzung der Reform am Lernort Schule gelingen.

Dieses Vertrauen in unsere Arbeit spornt uns an. Und so setzen wir gemeinsam mit unserer Bildungsredaktion mit unvermindertem Hochdruck die vorgängig beschriebene Entdeckungsreise fort, um Ihnen am 22.02.2022 einen ersten Einblick in Lerneinheiten zu allen Handlungskompetenzbereichen bieten zu können. Auf Ihre Reaktionen sind wir schon jetzt gespannt!

Inside

Content-Erfassung für Anfänger

Wie gelangt eine interaktive Aufgabe auf unser modu:lab? Ihre Reise beginnt, ganz klassisch, in einem Word-Dokument. Unsere Bildungsredaktorinnen und -redaktoren erarbeiten die benötigten Inhalte mithilfe von Vorlagen, in denen sie sogenannte Auszeichnungen vorgeben können: Sie markieren dabei einen ergänzenden Textabschnitt als «Hinweis», einen hilfreichen Merksatz als «Tipp» – oder eine Aufgabe als «Zuordnungsfrage».

Mit diesen Inhalten wird im Verlag anschliessend das Content Management System (CMS) gefüttert. Hier werden die Inhalte mit den gewünschten Auszeichnungen verbunden. Das CMS weiss also nun, dass es sich bei unserer Aufgabe um eine Zuordnungsfrage handelt. Es kennt auch die richtige Lösung, und wir können einen hilfreichen Hinweis mitliefern, falls die Aufgabe später falsch gelöst wird.

Ab hier läuft der Prozess automatisch: Im CMS wird ein Prozess, der sogenannte Workflow, angestossen. Dieser schnürt die gewünschten Inhalte zu einem Paket und liefert sie an modu:lab aus. Die Lernenden können nun, quasi in Echtzeit, auf die neue Aufgabe zugreifen.

3 Fragen an Lehrpersonen

Wir haben 115 Lehrpersonen dazu befragt, mit welchen Medien sie ihren Unterricht gestalten. Obwohl ein Grossteil der Lernenden – über 80 % – mit Notebooks ausgerüstet ins Klassenzimmer kommt, ist das gedruckte Buch noch immer am beliebtesten. Bei digitalen Lehrmitteln hingegen steht das Bedürfnis im Vordergrund, die Inhalte in bestehende Tools wie OneNote oder das schuleigene LMS einbinden zu können.

Für uns bedeutet dies: Neue Lösungen müssen den Nutzerinnen und Nutzern einen möglichst grossen Entscheidungsfreiraum bezüglich des Ausgabeformats lassen.

Lean Coffee

Ein Lean Coffee startet mit einer Einladung zu einem ein- bis zweistündigen Treffen – ohne konkretes Thema, dafür mit einem Whiteboard mit den Spalten «zu diskutieren», «in Bearbeitung» und «erledigt». Die Teilnehmenden sammeln ihre Themen bzw. Fragen in der Spalte «zu diskutieren». Um die Themen zu priorisieren, darf jede und jeder Teilnehmende zwei Punkte vergeben. Die Gruppe bestimmt eine Timebox, eine maximale Diskussionsdauer pro Thema. Ist diese abgelaufen, stimmt die Gruppe darüber ab, ob die Diskussion weitergeführt werden soll oder nicht. Auf diese Weise wandern die Themen nacheinander in die Spalten «in Bearbeitung» und sind schliesslich «erledigt».

In der Unterrichtspraxis kann dieses einfache Prinzip verwendet werden, um die drängendsten Fragen – beispielsweise zu einem Themenkomplex oder vor einem Test – zu ermitteln und die Lernenden ihr Wissen austauschen zu lassen. Vorteile der Lean-Coffee-Methode sind der geringe Vorbereitungsaufwand und die hohe Themendichte, welche andernfalls viel Zeit in Anspruch nehmen würde.

Glossar zur BiVo

Ausgabeformat | Bildungsredaktion | Co-Creation | Content-Erfassung | Content Management System (CMS) | digitale Lehrmittel | Handlungskompetenzbereich | Lean Coffee | Lernlandkarte | modu:lab | Teamteaching

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